Streuobstwiese – Baumpatengrundstück


Foto: Dr. W. Huni


Pflege der Streuobstwiese 2025

Bereits im November 2024 haben wir mit dem Baumschnitt begonnen. Diese Arbeiten werden im Frühjahr 2025 fortgesetzt. Bei der Vielzahl an Bäumen - zum Teil über 60 Jahre alt -  müssen wir gezielt vorgehen und die Schnittarbeiten über mehrere Jahre verteilen.

 

Ebenfalls anstehend ist die Erstellung eines Baumkatasters für die Streuobstwiese. Auch hierfür können wir tatkräftige Unterstützung gebrauchen. Beispielsweise steht in der AG IT die Aufgabe an, das Kataster digital über die Anwendung QGIS in Verbindung mit QField-Cloud abzubilden.

Obstbaumschnitt mit Kai Heckele von den Streuobstfreunden Mühlheim Hanau e.V.

Für den 10. März 2025 hatten wir das freundliche Angebot von den Streuobstfreunden bei einem Kurs für das Schneiden von Obstbäumen von Kai Heckele, deren 2. Vorsitzender und technischer Leiter, dazukommen zu dürfen. Diesem Angebot sind einige von uns sehr gerne gefolgt, da es auf unserem Obstbaumpatenstück einen erheblichen Bedarf gibt, die vorhandenen Obstbäume zu schneiden. Dies betrifft nicht nur die alten Apfelbäume, sondern auch die, die in den letzten Jahren gepflanzt wurden, bei denen dringend ein Erziehungsschnitt gemacht werden muss.

 

Und so trafen wir morgens um 10:00 Uhr bei strahlender Sonne auf dem Gailenberg ein.

 

Kai begann mit einer detaillierten Übersicht über das erforderliche Werkzeug für den Obstbaumschnitt: Scheren, Messer, Sägen und Leitern, was beim Kaufen zu beachten ist, wie man sie einsetzt und wie man sie pflegt. Die Werkzeuge konnten alle gleich angeschaut und verwendet werden.

 

Dann ging es zum praktischen Teil über. Ein Apfelbaum, gleich daneben, sollte geschnitten werden. Allerdings darf man nicht gleich darauf los schneiden, sondern muss erst den Baum in Augenschein nehmen, erklärte uns Kai Heckele. Wichtig sind dabei die Prüfungen auf Standfestigkeit, Gleichgewicht und Baumgesundheit. Bei dem Baum handelte es sich um einen alten Apfelbaum, einen richtigen Veteranen, der schon viel mitgemacht hat. Auf der einen Seite war einer der Leitäste abgebrochen und hat ein großes Loch im Baumstamm hinterlassen. Weitere Löcher und Verletzungen am Stamm zeigten, dass der Baum innen hohl war, was natürlich eine schlechte Baumgesundheit bedeutet. Trotzdem hatte der Baum - mehr auf der anderen Seite - sehr vital und kräftig ausgetrieben, da die Saftströme in der Rinde an diesem Teil des Baumes intakt waren. Das bewirkt allerdings ein Ungleichgewicht. Kai erklärt uns, worauf beim Schnitt zu achten ist: Der Baum muss entlastet werden indem die eine Seite deutlich stärker beschnitten wird, um weiterem Astbruch oder gar Umfallen des ganzen Baums entgegenzuwirken. Insgesamt bleibt es ein alter kranker Baum, aber es soll ermöglicht werden, dass er in Würde stirbt: Ein Ansatz, der aus Sicht des Naturschutzes sehr wichtig ist, bietet doch ein derartiger Baum sehr vielen Arten, die die Bedeutung der Streuostwiesen als Biotop ausmachen, Unterschlupf und Lebensraum. Das beginnt bei den höhlenbrütenden Vögeln wie Trauerschnäpper, bei kleinen Säugetieren wie Siebenschläfer und geht weiter zu Insekten wie Hornissen. Und auch Fledermäuse brauchen derartige Strukturen.

 

Dann begann der Schnitt unter Anwendung der vorhandenen Werkzeuge.

 

Danach wechselten wir zu unserem Baumpatengrundstück und nahmen uns auch dort einen der Veteranen vor. Hier zeigte uns Kai, was an dem Baum in der Vergangenheit falsch gemacht worden ist: Die unteren Leitäste waren sehr stark eingekürzt worden und die dadurch entstandenen großen Wunden hatte der Baum nicht verschließen können. Dadurch war das Innere der Äste, der Holzteil, metertief weggefault, während die Rinde intakt geblieben ist und weiter Äste ausgetrieben hat. Das ist für die Baumgesundheit zwar sehr schlecht, lässt jedoch das NABU-Herz jedoch höher schlagen, da sich dadurch natürliche Nisthöhlen z.B. für Steinkäuze gebildet haben.

 

Auch an diesem Baum wurden danach die äußeren Äste entlastet und die Krone gelichtet unter fachgerechter Verwendung der Werkzeuge.

 

Danach wendete ein Teil der NABU-Mitglieder das neu erworbene Wissen zu Leitergasse, Schnittrichtung und Astkragen gleich an und machte sich an den Schnitt eines jüngeren Apfelbaums.

 

Vielen herzlichen Dank an Kai Heckele für die fachlich hochwertigen Informationen und an die Obstbaumfreunde, dass wir an ihrer Veranstaltung teilnehmen konnten.


Text: Waltraud Huni, Fotos: Gerd Dettweiler und Waltraud Huni, 12.03.2025


Mitmachen bei der Streuobstwiese

Aufgabe:

 

Anforderung:

 

 

Sie lernen dabei:

 

 

Zeitaufwand:

 

Kontakt:

Wir betreuen ein Baumpatenstück mit etwa 60 alten und jungen Obstbäumen und eine etwa 3.500 qm Wildblütenwiesenfläche.

Gemeinsam mit uns mähen, rechen, hacken, sägen, schneiden, reparieren, pflanzen und mehr auf dem vom NABU betreuten Grundstücken und in Projekten.

Einsatz verschiedener Gerätschaften, Pflanzenkenntnisse, Vorkommen typischer und seltener Tier- und Pflanzenarten. Gärtnerisches Geschick und Genugtuung an gemeinsamer körperlicher Arbeit.

Etwa 2-4 Stunden pro Einsatz verteilt über das Jahr je nach Jahreszeit und Erfordernis.



Pflege der Streuobstwiese 2024

Streuobstwiesen sind ein hessisches Kulturgut. Sie stammen aus den Zeiten, in denen man noch nicht im Supermarkt um die Ecke für kleines Geld eine riesige Auswahl an Lebensmitteln aus aller Herren Länder zur Verfügung hatte. Für Lebensmittel musste von der normalen Bevölkerung ein sehr viel höherer Anteil des Einkommens ausgegeben werden als heute. In ländlichen Gebieten war man daher bestrebt zumindest ein Teil der Nahrung selbst herzustellen.

 

Streuobstwiesen waren neben Gärten für Gemüse und Feldern für Getreide und Kartoffeln ein wichtiges Standbein der Versorgung. Sie konnten doppelt genutzt werden, der untere Teil, die Wiese, wurde entweder beweidet oder es wurde Heu gewonnen. Damit wurden Stallkaninchen, Schafe und Ziegen oder auch die eine oder andere Kuh gefüttert und diente so letztlich der Gewinnung von Fleisch- und Milchprodukten. Der obere Teil waren dann Hochstammobstbäume für das Gewinnen von Obst zum Frischverzehr, für Gelee, Kuchen und Säfte und natürlich für das „Stöffsche“, den Apfelwein.

 

Durch diese Art der Bewirtschaftung hat sich ein extrem artenreicher Lebensraum entwickelt mit einer Vielzahl an Kleinsäugern, Amphibien und Reptilien, Vögeln und Insekten. Es handelt sich aber um einen von Menschen geschaffenen Lebensraum und dieser bedarf der regelmäßigen Pflege, da er ansonsten, durch Vernachlässigung, zerstört wird. Der Wiese droht Verbuschung und statt Blumen wuchern dann Brombeeren und die Spätblühende Traubenkirsche. Die Bäume vergreisen und sterben frühzeitig ab.

 

So stand auch im September und Oktober die Pflege des Baumpatengrundstücks an. Ein Schwerpunkt dabei war das Mähen der Wiese und das Abräumen des Mahdguts, wie es auch bei der herkömmlichen Bewirtschaftung der Fall war. Damit werden der Wiese Nährstoffe entzogen, da die größte Artenvielfalt auf nähstoffarmen Böden zu beobachten ist. Das Mulchen der Wiese würde zwar sehr viel schneller gehen, aber dabei werden die Pflanzen sehr klein geschreddert, alle Lebewesen getötet und das Mahdgut verrottet schnell und die Nährstoffe gelangen ebenfalls schnell wieder in den Boden. Damit wird vor allem das Wachstum von Gräsern gefördert, die zudem noch mastig wachsen können. Eine derartige Wiese ist sehr viel artenärmer.

 

Auch die Baumpflege wurde fortgeführt, durch Schneiden von Ästen und das Anlegen von Baumscheiben. Zum Schluss wurden mit Hilfe der Bufdis auch noch neue Bäumchen gepflanzt, die abgestorbene ersetzten sollen. Auch diese benötigen in den nächsten Jahren viel Pflege.


Text und Fotos: W: Huni und G. Dettweiler, 15.11.2024


Mitmachen beim Obstbaumschnitt in Winter und Sommer

Aufgabe:

 

 

 

 

 

Anforderung:

 

 

 

 

Sie lernen dabei:

 

 

 

 

 

 

Zeitaufwand:

Kontakt:

Teilnahme und Unterstützung beim Obstbaumschnitt unter fachlicher Anleitung. (Ein Fachmann zeigt uns den praktischen Obstbaumschnitt an den jungen Obststämmen und insbesondere auch die besonderen Anforderungen bei den älteren Obstbäumen.) Die Werkzeuge werden vom NABU gestellt oder vom Fachmann mitgebracht und falls erforderlich werden die Leitern vom NABU gestellt.

Der Schnittkurs findet auf dem NABU-Baumpatengelände Streuobstgebiet Gailenberg statt. (Falls erforderlich oder interessiert Kettensägeausbildung “Baum“ mit KWF-Siegel. Sollten Sie trotz Interesse noch keine Kettensäge-Kenntnisse haben, sollten wir über einen Kurs reden.)

Strategie des Erziehungsschnitts an jungen Bäumen. Verjüngungsschnitt bei den alten Obstbäumen zur Vermeidung von Astabbrüchen oder nach starken Astabbrüchen. An ausgewählten Baumexemplaren kompetente Anregungen zur Durchführung des Obstbaumschnitts vor dem Frühjahrsaustrieb, aber auch Mitte des Jahres. Praxisgerechte Hinweise über die Auswahl und Handhabung der Schnittwerkzeuge.

Nach Bedarf.

Ernst von Hermanni,Telefon: +49 6108 75989
nabu-mh-belange@NABU-Muehlheim.de
Alternativ: ernst.vh@gmx.de



Schon seit vielen Jahren betreut unsere Ortsgruppe eine Streuobstwiese auf dem Gailenberg als Baumpatenschaft. Diese Streuobstwiese ist bewachsen mit teilweise schon sehr alten Apfelbäumen, alles Hochstammbäume. Diese bilden zusammen mit der Wiese darunter einen wertvollen Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleinsäuger.

Die Wiese wird, wie die meisten Grundstücke auf dem Gailenberg, von Schafen beweidet. Die Äpfel werden zu Apfelsaft verarbeitet. Schon häufig wurde die Ernte verbunden mit Aktionen für Kinder. Die Kinder konnten dabei hautnah erleben, wie ein Lebensmittel gewonnen wird und dabei natürlich tatkräftig mithelfen. Die Krönung ist immer die Verkostung des selbst hergestellten Getränks.


Neue Apfelbäume – November 2020

Fotos: NABU Mühlheim

Trotz Pflegemaßnahmen wie Rückschnitt sind hin und wieder Verluste an Apfelbäumen zu verzeichnen. Die Trockenheit und die Stürme, aber auch Verbiss durch Wühlmäuse setzten den Bäumen in den letzten Jahren so zu, dass Neuanpflanzungen erforderlich wurden.

 

Jährlich werden von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Sektion Mühlheim, in einer vom Landkreis Offenbach (UNB) finanzierten Aktion Hochstammapfelbäume für den Gailenberg und einige andere ausgewählte Gebiete zur Verfügung gestellt. Unser 2. Vorsitzender, Ernst von Hermanni, konnte sich für unsere Streuobstwiese 4 Bäumchen sichern. Diese wurden dann am 7. November mit der Unterstützung von Pauline Hainz (Bufdi) fachgerecht eingepflanzt. Für jeden Baum gab es ein Drahtgitter zum Schutz vor Verbiss dazu. Dieser soll die empfindliche Rinde nicht nur vor Rehen sondern insbesondere auch vor den Schafen schützen, die die Wiese regelmäßig beweiden. Auch dieser Schutz wurde um die Stämme angebracht.