Unter Dohlen: Ein Morgen im Schlosspark Rumpenheim zwischen Flirten, Fressen und Bauen

Egal, ob man die Dohlen im Rumpenheimer Schlosspark am frühen Morgen oder späten Nachmittag besucht: Für Unterhaltung ist jederzeit gesorgt.

 

Kleiner Nachteil: Man sollte über eine stabile Halsmuskulatur verfügen – die Dohlen halten sich überwiegend in den oberen Bereichen der alten Platanen auf. Wer lange genug durchhält und als ungefährlich eingestuft wurde, kann aber auch Glück haben, die Schwarzgrauen bei der Suche nach Nistmaterial oder Nahrung auf den Rasenflächen zu erwischen. Eine Wohltat für den Hals ….

 

Im März ist Paarungs- und Brutzeit. Die Dohlen flirten miteinander, kraulen sich das Gefieder, suchen immer wieder nach Ästchen und machen gelegentlich richtig „Krach“.

 

Sehr interessant ist es, den Eintrag von Nistmaterial in die Baumhöhlen zu beobachten.

 

Offenbar gibt es in Rumpenheim altgediente Profis und wenig erfahrene Anfänger.

 

Weil: Die mitgebrachten Ästchen sind überwiegend etwa so lang, wie eine Dohle. Der Durchmesser des Höhlenzugangs ist wesentlich kleiner und verläuft im inneren vermutlich auch nicht gerade.

 

Es macht jedenfalls viel Spaß dabei zuzusehen, wie die einen immer wieder mit neuen Techniken versuchen, Baumaterial irgendwie in die Höhle zu bekommen, während andere das Ästchen gleich ganz cool unfallfrei ins Loch bugsieren.

 

Zunächst hatte ich mich gefragt, ob Nisthöhlen nicht irgendwann mal „überlaufen“, werden sie doch seit vielen Jahren genutzt.

 

Die Antwort ergab sich aus längerer Beobachtung: Brachte eine Dohle etwas ein, kam sie (oder ihr Partner) mit etwas anderem wieder heraus.

 

Die Vermutung liegt also nahe, dass Dohlen neu bauen und dabei gleichzeitig den Sperrmüll herausschaffen.

 

https://www.lbv.de/ratgeber/naturwissen/artenportraits/detail/dohle/


27.03.25, © Text und Fotos Sabine Streckies